Juni 2018

 

Der Mai war heiß und trocken… und im Juni geht es ähnlich weiter, von den unwetterartigen Regenfällen mal ganz abgesehen.

 

Ich bin tatsächlich einmal zum Acker gefahren, um nachzusehen, ob noch alles da ist oder das Gewitter am Vortag alles zunichte gemacht hat (Ja… noch alles ok, nur der Boden musste ordentlich gelockert werden). Und außerdem um Unkraut zu zupfen.

 

 

Denn Regen und Sonne lassen nicht nur das Gemüse ordentlich wachsen, auch die sogenannten „Beikräuter“ schießen in die Höhe… Lange bin ich an diesem Tag nicht auf dem Acker. Schon bei meiner Ankunft höre ich Donnergrollen in der Ferne… aber so schnell lass ich mich nicht aus der Ruhe bringen. Als jedoch nach einer halben Stunde Blitz und Donner fast zeitgleich einschlagen, verlasse ich dann doch fluchtartig den Acker…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Blitzableiter“ auf freiem Feld möchte ich dann doch nicht sein. Nach dem kräftigen Sommergewitter bin ich gemeinsam mit meinem Mann am nächsten Tag wieder da. Wir wollen die Kartoffelkäferplage, die in diesem Jahr richtig groß ist, weiter in „Angriff“ nehmen. Und da Bio-Anbau nur natürliche oder mechanische Mittel zulässt, habe ich mich schlau gemacht.

 

Kartoffelkäfer mögen keine Pfefferminze … Also habe ich am Vormittag 8 Liter Pfefferminz-Tee gekocht, die wir dann in leeren Limo-Flaschen mit zum Feld genommen haben. Käfer absammeln, Pflanzen mit Pfefferminztee besprüht und mit dem restlichen Tee begoßen.

 

 

Ob es geholfen hat? Sicher sind wir uns nicht – aber in der darauffolgenden Woche sind deutlich weniger Käfer zu sehen…

 

An einem Dienstagabend klingelt mein Telefon. „Sag mal, wo ist denn hier der Weg?“ Meine Tochter - ich muss schmunzeln. Seit ihrem letzten Besuch auf dem Acker sind fast 3 Wochen vergangen - und die Kartoffeln sind trotz der Kartoffelkäfer mächtig gewachsen, so dass man unseren Weg im oberen Teil des Feldes nicht mehr sieht.


 

 

Die kleine Familie ist angereist, um die erste Ernte vom Mini-Feld meines Enkels „einzufahren“… denn Mangold und Radieschen sind mittlerweile pflückreif.

 

 

Das lässt sich auch unser kleinster Ackerhelfer nicht zweimal sagen – er hilft fleißig mit. Und obwohl wenn es am Vortag geregnet hat, die kleine Gießkanne verlockt doch sehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie ernten Salat, Mangold und Radieschen. Am gleichen Abend - ich suche mir gerade meinen Sitzplatz im Kino - kommz der nächste Anruf meiner Tochter. „Wie bereite ich denn Mangold am besten zu?“. Da der Film noch nicht begonnen hat, gebe ich meiner Tochter per Telefon einen kleinen Crash-Kurs in Sachen Mangold-Zubereitung. Was sie dann wirklich Leckeres zubereitet hat, könnt Ihr unter „Backofenforelle mit Mangold und Kartoffeln“ nachlesen.

 

 

 

 

 

 

Die zweite Junihälfte ist wettertechnisch sehr durch-wachsen. Es ist frisch – 15 Grad am Tag ist nicht wirklich warm – dafür regnet es ziemlich wenig. Die Trockenheit macht vor allem den neuen Jungpflanzen zu schaffen. Meinen vorgezogener Stielmus, den ich auf dem Acker angebaut habe, will nicht richtig angehen und wachsen will er im Moment leider auch nicht.

 

 

 

 

Aber alles andere wächst und gedeiht. Mangold und Spinat können geerntet werden und ich kann meine neuen Rezeptideen zu Hause in leckere Gerichte verwandeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Radieschen sind mehr als prächtig gewachsen, so dass ich ihnen in diesem Jahr das „chen“ weggenommen habe und sie einfach nur „Radies“ nenne. Denn Exemplare von der Größe eines Hühnerei's der Klasse M sind nicht selten. Und sie schmecken sooooo lecker.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die ersten Zucchini kann ich jetzt Ende Juni ernten. Die erste Pflanze trägt bereits Früchte. Die, die ich jetzt im Juni nachgepflanzt habe (die Schnecken haben mit im Mai 3 Pflanzen komplett weggefressen), müssen erst noch wachsen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Begegnungen am Ackerrand… mit irgendeinem Feldnachbarn komme ich immer ins Gespräch, abends, nach Büroschluss oder am Wochenende. Und ich bekomme hier oft Tipps und Infos von denen, die ihr Gemüse schon seit Jahren selbst anbauen.

 

So muss ich erfahren, dass Stangenbohnen eine Rankhilfe benötigen, Buschbohnen aber ohne diese auskommen und – wie der Name schon sagt – in kleinen „Büschen“ am Boden wachsen.

 

 

Fragen bekomme auch ich immer wieder gestellt – wo bestellst Du Dein Saatgut? – oder – was machst Du mit dem ganzen Mangold? Meistens kann ich sie beantworten… Nur die Frage eines kleinen Jungen, dem ich mit seiner Mama auf dem Acker begegnet bin, da fehlen mir dann doch fast die Worte… Auf mein „Hallo!“ sieht er mich an und fragt: „Wer bist Du denn?“ Bei meiner Antwort: „Ich bin die Ackerfee!“ bekommt der kleine Mann große Augen und ich bekomme die Gegenfrage: „DU BIST EINE FEE???“

 

Hui… ich bin ja sonst nicht auf den Mund gefallen, aber da komme selbst ich ins Stottern. So richtig erklären (Wo sind denn Deine Flügel?) kann ich das nicht… Seine Mama muss an diesem Abend zu Hause bestimmt noch viele Fragen beantworten…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und auch andere Besucher begegnen mir auf dem Feld und schenken einen Moment der Besinnung…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jungpflanzen selbst ziehen: Ich habe mir in diesem Jahr Saatgut bestellt und auch im Hofladen gekauft. Und versuche zum ersten Mal, meine eigenen Jungpflanzen auf dem Balkon vorzuziehen. Das geht richtig gut in einem Balkonkasten.

 

 

 

 

Und im anderen Balkonkasten ist mein „Kräutergarten“. Rucola, Petersilie und Basilikum werde ich bald ernten können.

 

 

 

 

 

 

Pflanzentreppe: Aber nicht nur im Balkonkasten ziehe ich die Jungpflanzen heran – auch in den ausrangierten alten Blumentöpfen. Und damit diese nicht meinen ganzen Balkon in Anspruch nehmen (2,5 qm ist nicht wirklich groß), habe ich mir eine Pflanzentreppe besorgt.

 

Äußerst praktisch und man hat alles griffbereit.

 

 

 

Mulchen mit den Beikräutern: Das Unkraut – die sogenannten Beikräuter – wachsen auch in diesem Jahr leider viel zu viel und zu schnell. Regelmäßiges Entfernen (gut, die Melde lässt sich noch lecker verarbeiten) ist unerlässlich. Wenn man – wie ich – eine Parzelle am Ende des Feldes hat, und das Unkraut nicht Eimerweise zum Misthaufen bringen will, wirft man es einfach zwischen die einzelnen Reihen der Kartoffeln.

 

So erspart man sich lange Wege und dem Gemüse dient es als natürlicher Dünger.

 

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