September

 

Der September startet für meinen Mann und mich mit der Fahrt zum Frankfurter Flughafen. Urlaub - es geht für 12 Tage nach Vancouver. Wir sind dort zur Hochzeit meiner ehemaligen Kollegin eingeladen und nutzen nun die Gelegenheit, die Stadt und das Land kennenzulernen.

 

Bereits am letzten Mittwoch im August habe ich meiner Freundin die Pflege meines Ackers übergeben. Sie ist seit unserer gemeinsamen Kartoffelernte Anfang August ganz begeistert und verspricht, regelmäßig via SMS Bericht zu erstatten.

 

Der erst kommt am 5. September:

 

„Alles soweit gut, bin gerade vom Acker zurück. Habe mich dort eine Stunde aufgehalten, sämtliches Gemüse rausgerissen und das Unkraut stehen lassen…!“

 

Mir stockt der Atem – kann es sei dass sie irgendetwas missverstanden hat? Nein – alles bestens – ihre Fotos zeigen das Gegenteil. Mangold kann immer noch geerntet werden, Wirsing und Weißkohl wachsen zu schönen Köpfen und nach dem langersehnten Regen tragen nun auch die Zucchini wieder Früchte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein paar Tage später erreicht mich ihr nächster Bericht:

 

„So ihr beiden, war heute mit meiner Freundin U. auf dem Acker. Haben 1 Reihe Kartoffeln ausgegraben. U. hatte auch Riesenspaß. Schicke Dir wieder einige Fotos. Weiterhin einen schönen Urlaub!“

 

Ja, ja… Kartoffeln ernten… Ich muss schmunzeln – bis jetzt hat jeder, der zur Kartoffelernte eingeladen wurde, festgestellt, dass man sich wie ein kleiner Goldgräber vorkommt…

 

 

 

Der letzte Bericht erreicht mich 2 Tage bevor mein Mann und ich wieder zu Hause sind. Diesmal hat sie Unterstützung von ihrem Patenkind, meinem Sohn. Ein Wirsing ist von Rehen angeknabbert worden, die Bohnen tragen endlich Früchte und der letzte Blumenkohl wird geerntet.

 

 

 

 

 

 

 

Es hat prima geklappt und wir sind alle zufrieden – mein Acker wurde bestens betreut und meine Freundin hat sich über das Gemüse, das sie geerntet hat, sehr gefreut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem mein Mann und ich den Jetlag endlich überstanden haben, sind wir 5 Tage später auf unserem Acker und machen Bestandsaufnahme. Über den Hinweis meiner Freundin „… da sind ein paar Bohnen reif, die kannst Du dann ernten…“ habe ich mich sehr gefreut – es haut mich jedoch fast um, als ich sehe, wie die Pflanzen sich entwickelt haben.

 

Die Stangenbohnen mit den roten Blüten hängen voll, ebenso die Buschbohnen und die Bohnen, die ich erst Ende Juli ausgepflanzt habe. Ganze 4 Kilo können geerntet werden. (Mein Lieblingsrezept dazu findet ihr in meiner Rezeptsammlung). Mein Mann findet es amüsant, dass ich fast 2 Stunden mit der Ernte zu Gange bin…

 

 

Er beschäftigt sich inzwischen mit den Zucchini. Diese haben zwar in unserer Abwesenheit reichlich Früchte getragen, aber nun sind sie von Mehltau befallen, der sich inzwischen auch auf 2 Mangold-Pflanzen übertragen hat. Damit nicht noch andere Pflanzen befallen werden, hilft nur eins – die befallenen Zucchini- und Mangoldpflanzen komplett entfernen. Bei den Zucchini eine stachelige Angelegenheit

 

 

Die geschützten Salate und der Spitzkohl unter dem Flies haben sich in den vergangenen Wochen dafür prächtig entwickelt. Leider auch die Beikräuter – diese werden schnell entfernt und wir freuen uns auf Endivie und Radicchio, die wir in den nächsten Wochen ernten können.

 

 

Der Grünkohl ist prächtig gewachsen. Doch am meisten überraschen uns die Kürbisse. Geerntet haben wir diese bereits Anfang August. Die grünen Ranken haben wir stehen lassen, weil wir keine Zeit (und keine Lust) hatten, diese zu entfernen. Jetzt sehen wir, dass 7 neue, kleine Kürbisse gewachsen sind und heranreifen. Mal sehen, was darauf wird…

 

 

Das letzte Wochenende im September ist herbstlich warm mit 15 Grad und genau richtig, um die letzten Kartoffeln zu ernten. Beim Babysitten hat mich unser jüngster Ackerhelfer bereits darauf hingewiesen, dass er die roten Kartoffeln (nicht die gelben, nein – die roten !) auf jeden Fall miternten möchte. Wie gut, dass auch Mama und Papa Zeit und Lust haben. Und so können die roten Kartoffeln – wie gewünscht – geerntet werden.

 

Etwas später trifft dann meine Freundin ein… die restlichen gelben Kartoffeln wollen ja schließlich auch geerntet werden. Mein Mann gräbt inzwischen das komplette Kartoffelfeld um, damit auch wirklich die letzte Kartöffelchen ihren Weg ins Körbchen findet.

 

 

Die Beikräuter, die in den letzten Wochen kräftig gewachsen sind, werden entfernt. Brokkoli, Spitzkohl und Fenchel werden geerntet. Die blühenden Brokkolipflanzen lassen meine Freundin und ich für die Bienen stehen. Die abgeernteten Strünke werden ausgerupft, eingesammelt, auf die Schubkarre verfrachtet und zum Misthaufen gefahren.

 

Die nächsten Wochen auf dem Acker werden entspannter. Denn jetzt wird nur noch geerntet. Das heißt für uns – nur noch ein Besuch pro Woche (nicht mehr drei). Dafür wird jetzt zu Hause fleißig eingekocht.

 

 

 

Kartoffelernte: Wer, so wie ich, noch immer Kartoffeln in der Erde hat, sollte nicht außeracht lassen, dass es auch schon Ende September ersten Bodenfrost (der wandelt die Stärke in Zucker um) geben kann. Daher spätestens am letzten Wochenende im September die letzten Kartoffeln ernten und einlagern.

 

Am besten in einer luftigen Holzkiste – dunkel, trocken und kühl. Das verhindert die Bildung grüner Stellen. Unter Lichteinwirkung bildet sich nämlich giftiges Solanin. Nicht geeignet sind Eimer oder Kunststoffgefäße. Ich habe sie im vergangenen Jahr auf meinem Dachboden eingelagert (da war es kühler als im Keller) und konnte mich bis in den März an meinen Kartoffeln erfreuen. Ideal sind Temperaturen zwischen 4 und 8 Grad Celsius. Noch ein Hinweis – Kartoffeln und Zwiebeln nicht zusammen lagern – die beiden vertragen sich nicht – die Kartoffeln fangen schneller an zu keimen. Faulende Kartoffeln solltest du immer aussortieren und am besten direkt verarbeiten.

 

 

 

Ernten im Herbst: Nachts ist es jetzt, Ende September bereits sehr kalt – teilweise im einstelligen Bereich. Und Bodenfrost kommt manchmal schneller als man ahnt. Da stellt sich die Frage – was kann / muss wann geerntet werden. Brokkoli und Blumenkohl vertragen keinen Frost, ebenso Zucchini und Kürbis. Auch Bohnen und Salate (außer Feldsalat, der kann jetzt noch gepflanzt werden) mögen ihn nicht.

 

Alle anderen Kohlsorten, Spinat, Rote Beete, Pastinaken und Möhren (also die Wurzelgemüse) haben damit kein Problem. Die Ernte sollte dann allerdings in der Mittagszeit erfolgen, da die Pflanzen dann „aufgetaut“ sind – bitte nicht gefroren ernten. Somit kann auch im Herbst dann geerntet werden, wenn man das Gemüse braucht.